Stifter-Ehepaar

 

Ilse und Dr. Horst Rusch, Portraitfoto, beide lächeln in die Kamera

„Meine Frau und ich haben uns erst in Berlin und dann in Hamburg sehr wohl gefühlt und das Kulturleben dieser Städte besonders auf den Gebieten Theater und Musik genossen“, heißt es in der Präambel der 1997 von dem Wirtschaftsprüfer Dr. Horst Rusch gegründeten Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung, die er zum Alleinerben seines Vermögens einsetzte, „damit sie die kulturellen Beziehungen zwischen diesen beiden Städten fördern kann“. 

Horst Rusch, geboren 1928 in Berlin, und seine spätere Frau Ilse, geboren 1930 in Regenwalde/Pommern, konnten in ihrer Jugendzeit von Theater- oder Konzertbesuchen nur träumen. Als 17-Jähriger wurde Horst Rusch 1945 nach einem hastig abgelegten Not-Abitur an die Ostfront geschickt, zu seinem Glück aber nicht mehr in Kampfhandlungen. Nach einer Lehre als Bankkaufmann studierte er im Nachkriegs-Berlin zunächst Jura und anschließend Betriebswirtschaftslehre. Seiner Promotion folgte 1961 die Bestellung zum Wirtschaftsprüfer. Im gleichen Jahr heiratete er Ilse, die damals Erste Verkäuferin der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) war. Nun begann für das beruflich erfolgreiche Paar eine Zeit, in der sie Theaterabende und Konzerte genießen konnten. Sie schilderten in späteren Jahren, darüber schon damals eine große Dankbarkeit empfunden zu haben. Denn während der Kriegs- und Nachkriegszeit hätten sie selbst erlebt, dass Kultur alles andere als selbstverständlich ist. 

Nach wenigen Berufsjahren in Berlin erhielt Horst Rusch das Angebot, in ein großes Hamburger Wirtschaftsprüfungsunternehmen einzutreten. Die Neu-Hamburger waren auch von der hanseatischen Kulturlandschaft beeindruckt, blieben zugleich aber zeitlebens Berlin eng verbunden: Sie behielten dort eine Wohnung und viele Freunde und genossen weiterhin das Berliner Kulturangebot. 

Aus den vielen für sie positiven Erfahrungen mit Kunst und Kultur erwuchs der Entschluss der Eheleute, mit einer von ihnen zu gründenden Stiftung den kulturellen Austausch zwischen den beiden Städten zu fördern, in denen sie lebten – Berlin und Hamburg – und dadurch auch anderen Menschen Kulturerlebnisse zu eröffnen. Nach dem Tod seiner Frau gründete Horst Rusch im Jahr 1997 schließlich die Stiftung, die ihrer beider Namen trägt und deren Vorstandsmitglied er bis zu seinem eigenen Tod im Jahr 2004 blieb. Bis heute erinnern somit die Veranstaltungen der Ilse und Dr. Rusch-Stiftungen sowohl an das kulturell aktive Paar als auch an die gedankenprägende Kraft der Kultur.